Liebe Paule,
wir freuen uns, dass wir ein Interview mit dir führen können, du hast einen wirklich wunderschönen Foodblog mit tollen Rezepten.
Vielen Dank ;-)
Jana & Susan: Wie bist du zur Foodfotografie gekommen? War es erst die Küche und der Wunsch, schönere Fotos zu machen? Oder hast du fotografiert und entdeckt, dass du gerne Food fotografierst? Oder…?
Paule: Schon als Kind habe ich gerne fotografiert. Genauso spannend fand ich es meiner Oma beim Kochen und Backen über die Schulter zu schauen. Die Begeisterung hat über die Jahre hinweg zugenommen und dank des Internets, kann ich beide Leidenschaften beim Bloggen miteinander verbinden.
Jana & Susan: Wie gehst du vor, wenn du ein Posting für dein Blog vorbereitest? Planst du das oder kommt dir spontan eine Idee? Kommt das Essen hinterher auch auf den Tisch?
Paule: Ich koche täglich, somit fällt genug potentielles Material zum Bloggen an. Das was mir interessant scheint, wird fotografiert und gebloggt. Alle Foodbilder auf meinem Blog sind echt, d.h. die Gerichte werden genau wie im Rezept angegeben und mit essbaren Zutaten zubereitet und kommen natürlich auch anschließend auf den Tisch ;-)
Jana & Susan: Wie machst du deine Fotos? Hast du aufwändige Aufbauten oder einen Tisch in der Nähe, den du entsprechend nutzt oder wie können wir uns das sonst vorstellen?
Paule: Bei gutem Wetter – ideal ist ein bedeckter Himmel – mache ich die Fotos draußen auf der Terrasse ohne Stativ. Wenn es regnet, baue ich im Schlafzimmer, das ist der hellste Raum in unserer Wohnung, schnell ein improvisiertes Mini-Studio auf. Ein Stuhl, nah am Fenster, wird zur Bühne, 2-3 Styroporplatten dienen als Reflektor. Fotografiert wird mit Stativ.
Aber Tageslicht brauche ich so oder so, egal ob ich die Bilder draußen oder drinnen mache. Das schränkt vor allem im Winter ein, wenn es abends schon zu dunkel zum Fotografieren ist. Alles andere wäre mir aber zu aufwendig, es soll schnell gehen, die Speisen wollen ja auch noch warm gegessen werden.
Jana & Susan: Welche Foto-Ausrüstung hast du und wie bearbeitest du deine Bilder?
Paule: Seit fast zwei Jahren benutze ich eine Nikon D700. Vorher hatte ich eine Nikon D70s. Die meisten Bilder sind mit einem 105mm Makro-Objektiv von Nikon gemacht. Ich fotografiere im RAW-Format und bearbeite die Bilder anschließend in Lightroom und Photoshop.
Jana & Susan: Wie kommst du auf deine Rezepte, wovon lässt du dich inspirieren?
Paule: Entweder koche ich nach Gefühl, mit dem was Kühlschrank und Vorratskammer her gibt, oder ich lasse mich von Kochbüchern, Zeitschriften, Nachbarn und nicht zuletzt von anderen Foodblogs inspirieren.
Jana & Susan: Suchst du dir deine Rezepte hinsichtlich auf die fotogenen Eigenschaften der Gerichte aus, bzw. kreierst du deine Rezepte dementsprechend?
Paule: Eigentlich nicht. Fast jedes Essen lässt sich passabel präsentieren. Mit kleinem oder buntem Geschirr und attraktiver Deko kann man fast alles hübsch in Szene setzen.
Jana & Susan: Was macht deinen Blog so erfolgreich? Wir haben den Eindruck, dass du eine Person bist, die nicht viel Wirbel um sich selber macht. Dabei wird doch heute immer gerne behauptet, dass man sehr viel tun muss und auch einen Hang zur Selbstdarstellung haben muss, um im Netz wahrgenommen zu werden. Kannst du das bestätigen oder ist das Blödsinn?
Paule: Jeder öffentlich einsehbarer Blog beinhaltet einen gewissen Hang zur Selbstdarstellung. Hinter jedem Blog steht nun mal ein Mensch mit seinen persönlichen Vorlieben und Meinungen, die er für alle einsehbar verkündet.
Erfolg lässt sich schwer messen, die Zahlen der Seitenzugriffe, Kommentare und Rückmeldungen sind relativ und lassen sich schwer miteinander vergleichen. So individuell die Blogger sind, so individuell sind ihre Ziele und das was sie mit ihren Blogs vermitteln möchten.
Jana & Susan: Was hat sich im Bereich der Foodblogs in den letzten Jahren geändert? Es sind ja auch sehr viele Blogs dazugekommen, die sehr amerikanisch – d.h. auf “pretty” gestylt – wirken. Was hälst du persönlich davon?
Paule: Ich bin ja selbst erst seit knapp 3 Jahren aktiv dabei und kann schlecht beurteilen was sich positiv oder negativ verändert hat. Klar sind viele neue Blogs dazugekommen, andere sind verschwunden oder inaktiv, aber man muss ja nicht alle lesen. Schön, wenn man eine grosse Auswahl hat, so ist für jeden Geschmack etwas dabei und wenn es auch noch ein ansprechendes Design oder hübsche Fotos gibt, dann hat das Auge auch was davon.
Jana & Susan: Welchen Tipp – ob fotografisch, kochtechnisch oder zum bloggen würdest du jemanden mitgeben, der einen Foodblog anfangen möchte?
Paule: Spezifische Tipps gibt es jede Menge, aber im Allgemeinen sei gesagt, dass das Internet immer ein öffentlicher Raum ist, in dem man nichts verkünden sollte, das man nicht auch auf einem Marktplatz voller Bekannter, Freunde und Fremde laut hinausschreien würde.
Jana & Susan: Unsere letzte Frage, die wir unseren Interviewpartnern stellen: Ein letzter Tipp, den du unseren Lesern mitgeben möchtest? Bücher, die gelesen werden sollten? Lebensweisheiten? Fototipps?
Paule: Habt Spass am Bloggen!
Buchtipp:
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